Toter bei Unfall in Forschungsanlage für Frankreichs Atommüll-Lager


 
 
 

Frankreich will seine hochradioaktiven Atomabfälle künftig in Lothringen einlagern – was in der nahen deutschen Grenzregion kritische beäugt wird. In einem Teststollen kommt es nun zu einem tödlichen Unfall.

Bei einem Einsturz im unterirdischen Forschungszentrum für das geplante französischen Atommüll-Endlager in Lothringen ist ein Mensch getötet worden. Der Unfall ereignete sich am Dienstag bei Arbeiten in einem im Bau befindlichen Stollen, wie die staatliche Betreibergesellschaft Andra mitteilte. In dieser unterirdischen Anlage in Bure seien keine radioaktiven Abfälle gelagert – und würden es auch nicht: Die künftige Lagerstätte soll von dem Forschungszentrum getrennt entstehen.

Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen Techniker des Unternehmens Eiffage. Eine weitere Person wurde leicht verletzt. Die Präfektur des Départements Meuse erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei die Frontwand des Stollens bei Bohrungen eingebrochen. Die Andra sprach von Bolzenarbeiten, die Ursache des Unglücks würden derzeit untersucht.

«Der Stollen wurde vollständig evakuiert, Überprüfungen der Stabilität laufen», hieß es von der Präfektur weiter. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Der Standort in Bure liegt gut 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Frankreich plant, in Bure unterirdisch hoch- und mittelradioaktive Abfälle einzulagern. In der deutschen Grenzregion wird der Plan heftig kritisiert. Wissenschaftler erforschen schon seit Jahren die Voraussetzungen; Alternativen sind nicht in der Diskussion. Die Betreibergesellschaft will 2020 mit dem Bau beginnen, 2025 könnten dann erste Abfälle eingelagert werden. Allerdings müssen die Pläne vorher noch genehmigt werden.