Frankreich nennt belgische Grenzkontrollen seltsam


 
 
 

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat die von Belgien angeordneten Grenzkontrollen kritisiert. Belgien hatte diese wegen der geplanten Teilräumung des französischen Flüchtlingslagers von Calais angeordnet. «Diese Entscheidung ist für uns seltsam, und die Begründung ist es auch», sagte Cazeneuve am Donnerstag vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. «Es ging für die französische Regierung nie darum, (…) Bulldozer auf die Heide zu schicken, um die Migranten ohne jede Begleitung zu zerstreuen.»

Die französischen Behörden wollen den südlichen Teil des als «Dschungel von Calais» bekannten Baracken- und Zeltlagers an der Ärmelkanalküste räumen. Dort leben zurzeit mehrere Tausend Menschen in Slum-ähnlichen Bedingungen. Belgien hatte daraufhin Kontrollen angekündigt, um die Entstehung solcher Lager bei sich zu verhindern.

Die Flüchtlinge sollten in Aufnahme- und Orientierungszentren gebracht werden, betonte Cazeneuve. «So zu tun, als könnte es wegen dieser Unterbringung einen Andrang von Migranten an der belgischen Grenze geben, entspricht einfach nicht der Realität.»

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Am Donnerstag wurde eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts von Lille über die Räumung erwartet.