Frankreich sieht bei Wahl in Gabun «nicht alle Zweifel ausgeräumt»


 
 
 

Paris (dpa) –  Frankreich sieht nach der Bestätigung der umstrittenen Wiederwahl von Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba weiterhin offene Fragen. «Frankreich stellt fest, dass die Überprüfung der Einsprüche es nicht erlaubt hat, alle Zweifel auszuräumen», teilte Außenminister Jean-Marc Ayrault am Samstagabend mit. Zugleich rief er Demonstranten in Gabun dazu auf, von Gewalt abzusehen.

Das Verfassungsgericht Gabuns hatte zuvor die von Oppositionsführer Jean Ping geforderte Neuauszählung der Stimmen abgelehnt. Zu den Ungereimtheiten zählt, dass in Bongos Heimatprovinz Haut-Ogooue die Wahlbeteiligung bei 99.93 Prozent gelegen haben soll. Mehr als 95 Prozent der Stimmen gingen demnach an Bongo. Laut Wahlkommission betrug die Wahlbeteiligung in den anderen acht Provinzen rund 48 Prozent.

Nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse am 1. September war es zu Ausschreitungen gekommen, bei denen drei Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden. Bongos Familie ist in der ehemaligen französischen Kolonie seit fast 50 Jahren an der Macht.