Macron fordert mehr Einsatz von Deutschland und Europa in Mali


 
 
 

Der neue französische Staatschef Macron begann seine Reisediplomatie in Berlin. Nun folgt ein Truppenbesuch am Rande der Sahara. Der Senkrechtstarter aus Paris macht klar: Beide Visiten hängen zusammen.

Frankreich will Deutschland und Europa beim Antiterrorkampf im westafrikanischen Mali verstärkt in die Pflicht nehmen. «Frankreich gewährleistet in Mali und anderen Einsatzgebieten die europäische Sicherheit», sagte der neue französische Staatschef Emmanuel Macron am Freitag bei einem Truppenbesuch in der nördlichen Stadt Gao.

«Keine europäische Armee hat die Fähigkeit, so rasch einzugreifen wie die französische», sagte Macron. Deutschland und andere europäische Länder könnten mehr tun bei der Unterstützung, der Entwicklung des Landes und einer «Partnerschaft der Ausrüstung». Nötig seien Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge «der letzten Generation». Er habe zu Wochenbeginn mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin darüber gesprochen. Ein weiteres Treffen sei am Rande des G7-Gipfels in Sizilien Ende kommender Woche geplant.

Macron versicherte dem malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita, der vor vier Jahren begonnene Militäreinsatz werde fortgesetzt. In Mali und anderen Ländern der Sahelzone sind zusammen rund 4000 französische Soldaten im Einsatz, um gegen Terrorgruppen zu kämpfen. Ziel sei ein dauerhafter Frieden, sagte Macron.

In der früheren Rebellenhochburg Gao am Rande der Sahara sind auch 800 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie sind am UN-Stabilisierungseinsatz Minusma beteiligt, der zur Umsetzung eines Friedensabkommens von 2015 zwischen Regierung und Rebellen beiträgt. Macron wurde von Außenamtschef Jean-Yves Le Drian und Streitkräfteministerin Sylvie Goulard begleitet. Bei einem Terroranschlag waren in Gao im Januar 60 Menschen getötet und 115 verletzt worden.

Nach Kritik französischer Medien und Journalistenvereinigungen bekennt sich der Élyséepalast zur Pressefreiheit. Bei der Vorbereitung der Mali-Reise seien nicht bestimmte Medienvertreter ausgewählt worden, schrieb der Élyséepalast nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen. Die Organisation, Journalistenvereinigungen und Medien hatten sich zuvor über die Kommunikationsstrategie und insbesondere über die Auswahl von Medienvertretern beschwert.