Islamisten-Droge Captagon in Frankreich aufgetaucht


 
 
 

Sie gilt als „Droge des Syrienkonflikts“.

Im syrischen Bürgerkrieg wird seit Jahren gekämpft und gemordet, die Fronten sind verhärtet, die Milizen, Armeen und Terrorzellen schwer zu unterscheiden. Angetrieben werden die Kämpfer von Politik und Religion – und von Captagon, einem Amphetamin-Derivat mit aufputschender Wirkung.

Captagon gilt als „Droge des Syrienkonflikts“. In den sechziger Jahren war das Mittel im Westen verbreitet, wurde als Antidepressivum oder zur Behandlung der Schlafkrankheit eingesetzt. Heute stuft die UN-Drogenbehörde es als gefährliches Suchtmittel ein. Dschihadisten nehmen es vor Anschlägen.

Versteckt in Stahlformen

Der französische Zoll hat jetzt mitgeteilt, dass in Frankreich erstmals größere Mengen der Droge beschlagnahmt wurden. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle habe man im Januar und Februar insgesamt 135 Kilogramm entdeckt: Hunderttausende Pillen mit einem geschätzten Marktwert von 1,5 Millionen Euro.

Den ersten Fund machte der Zoll bei der Kontrolle von Stahlformen aus dem Libanon, die angeblich für Tschechien bestimmt waren. Die Drogen waren in den Wänden der Stahlformen versteckt. Im Februar machte der Zoll dann seinen zweiten Fund, ebenfalls in den Wänden von Stahlformen.

„Keine Angst mehr“

Produziert wird Captagon laut „Süddeutscher Zeitung“ unter anderem in Syrien und im Libanon. Von dort kommen die Pillen in Länder wie Saudi-Arabien – oder werden den Kämpfern des IS, der Al-Nusra-Front und der Freien Syrischen Armee verabreicht.

„Du kannst nicht mehr schlafen oder auch nur deine Augen schließen“, sagte ein libanesischer Konsument der „BBC“. Ein anderer beschrieb den Rausch so: „Es gab keine Angst mehr, nachdem ich Captagon genommen hatte.“ Laut „Washington Post“ sorgt die Droge dafür, dass Kämpfer tagelang wach bleiben und ohne jeden Skrupel töten.