Stolperer kostet das Leben: Stier durchbohrt Torero in Frankreich


 
 
 

Für einen spanischen Torero endet ein Stierkampf in Frankreich tödlich. Das Horn des Stieres bohrt sich durch die Lunge des Mannes. Im Krankenhaus erliegt er seinen schweren Verletzungen.

Ein bekannter spanischer Torero ist bei einem Kampf in der Arena von einem Stier tödlich verletzt worden. Der 36-jährige Iván Fandiño erlag am Wochenende nach Angaben der Gesundheitsdienste in einem südfranzösischen Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem er vom Horn des Stieres durchbohrt worden war. Stierkampf-Anhänger äußerten sich bestürzt über seinen Tod, auch die spanische Regierung und das Königshaus kondolierten.

Das Unglück ereignete sich bei einem Stierkampf-Festival in der südwestfranzösischen Kleinstadt Aire-sur-l’Adour. Der Baske Fandiño verfing sich während des Kampfes mit einem Bullen in seinem Cape und geriet ins Straucheln. Der Stier bohrte sein Horn von hinten durch die Lunge des Toreros. Schwer verletzt wurde Fandiño aus der Arena getragen und starb kurze Zeit später. Zuvor hatte der Torero bei dem Festival noch einen anderen Stier besiegt und ihm ein Ohr abgeschnitten.

Das spanische Königshaus twitterte, es trauere um eine „große Persönlichkeit des Stierkampfes“. Auch der konservative Regierungschef Mariano Rajoy sprach von einer „traurigen Nachricht“. Stierkämpfer aus Spanien und Frankreich würdigten Fandiño als großen Kämpfer.

Der Stierkampf ist in Spanien immer noch sehr beliebt. In dem Land verfolgen geschätzte sechs Millionen Fans Hunderte von Kämpfen im Jahr. 2015 erklärte die Regierung den Stierkampf zum „immateriellen Kulturerbe“. Allerdings gibt es zunehmend Widerstand gegen diese Tradition, die von Tierschützern kritisiert wird. Im Mai beteiligten sich tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt Madrid an einer Demonstration gegen den Stierkampf.

Der Stierkampf beschäftigt auch die Justiz. Der Oberste Gerichtshof Spaniens hob im Oktober ein seit rund vier Jahren geltendes Stierkampf-Verbot der Region Katalonien auf. Die Richter urteilten, die Kämpfe seien ein wichtiger Teil der spanischen kulturellen Tradition.