Macron kündigt nach Messer-Attacke härteren Abschiebekurs an


 
 
 

Nach der tödlichen Messerattacke von Marseille und Behördenversagen fährt Frankreich einen härteren Kurs bei Abschiebungen. Ausländer, die eine Straftat begingen und keine Aufenthaltserlaubnis hätten, würden abgeschoben, kündigte Staatspräsident Emmanuel Macron am Sonntagabend in einem Interview der TV-Sender TF1 und LCI an. «Ich werde hier unerbittlich sein.»

Die Messer-Attacke zu Monatsbeginn war möglicherweise terroristisch motiviert. Ein 29 Jahre alter Angreifer erstach vor dem wichtigsten Bahnhof von Marseille zwei Frauen. Nur einen Tag zuvor war der Angreifer aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, obwohl er keine Aufenthaltserlaubnis hatte. Eine deshalb von Innenminister Gérard Collomb angeordnete Untersuchung ergab Pannen beim Abschiebeverfahren bei der Präfektur von Lyon. Macron sagte dazu, es habe Sanktionen gegen zwei hohe Beamte gegeben.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Angriff vor dem Bahnhof für sich beansprucht. Die Hintergründe sind aber noch nicht abschließend geklärt. Macron sagte mit Blick auf die Sicherheitslage im Land: «Ein Null-Risiko gibt es nicht.» Frankreich wird seit gut zweieinhalb Jahren von einer islamistischen Terrorserie heimgesucht, 239 Menschen starben, dabei sind die Opfer von Marseille nicht inbegriffen.