Butteralarm in Frankreich

In Frankreich herrscht ob des Buttermangels große Aufregung. In den Supermärkten ist kaum noch Butter zu bekommen. Doch woher kommt der plötzliche Mangel?

Die Butterpreise sind weltweit gestiegen. Auch hierzulande ist es nicht anders, die Butter erfuhr in Österreich einen enormen Teuerungsschub von 44,6 Prozent. Ein Bündel von Einflüssen hat zu dem starken Preisanstieg auf den internationalen Märkten beigetragen. So ist der globale Verbrauch der Butter stieg in den letzten vier Jahren um sieben Prozent. Vor allem das bevölkerungsreiche China und die USA legen beim Konsum an Milch und Milchprodukten zu. Diesem ständig steigenden Verbrauch steht mit den gestrichenen Milchquoten der EU ein zusätzlicher Preistreiber gegenüber, der wegen des Preisverfalls sinkende Erzeugungsmengen zur Folge hatte. Die meisten Länder haben gelernt mit dem Preisanstieg umzugehen, auch wenn Konsumenten sowie Bäcker und Konditoren ob der um bis zu 70 Prozent höheren Preise stöhnen.

Ein Land hingegen hat nun Butteralarm ausgerufen: Ausgerechnet Frankreich, der Weltmeister in Sachen Butterverbrauch. Die Franzosen verbrauchen durchschnittlich 8,3 Kilo jährlich pro Kopf. Deutschland liegt mit 6,1 Kilo nach Angaben der Internationalen Molkerei-Organisation IDF auf Rang drei, knapp hinter den Dänen, berichtet „Die Welt“.

Die Aufregung im Land der Croissants ist groß. In vielen Supermarktregalen herrscht bei Butter gähnende Leere. Ein Schild in Großbuchstaben „Buttermangel von unbegrenzter Dauer“ verängstigt die französischen Konsumenten. Der Fernsehsender BFMTV hat bereits Tipps zusammengestellt, durch welche Öle und Fette Verbraucher Butter ersetzen können und auf dem Internetportal Le Bon Coin – halb im Scherz – bereits angebrochene Butterpakete für 250 Euro angeboten. Erklärt wird den Kunden der Mangel mit einem weltweitem Produktionsrückgang, einer erhöhten Nachfrage in den meisten Ländern und einem Preiskonflikt in Frankreich. Auch in Österreich informierte der Handelsriese Rewe vor Wochen die Kunden über mögliche Lieferengpässe.

Überholtes System der Preisfindung

Derweil versucht der französische Landwirtschaftsminister zu beruhigen. So sagte Stephane Travert im Radio: „Diese Knappheit wird nicht dauern.“ Auch die Landwirte sind der Meinung, dass es genügend Butter gebe. Der Grund für den Mangel liege vielmehr darin, dass die Supermarkt-Ketten nicht bereit seien, angemessene Preise zu zahlen. Die nationale Milchbauern-Vereinigung wirft der Politik Unfähigkeit vor. Alle anderen Länder hätten es geschafft, die Vergütung auf ein angemessenes Niveau anzuheben. Nur eben Frankreich nicht.

Die französischen Supermärkte verweisen auf gültige Lieferverträge bis Anfang 2018. In Frankreich werden die Preisabsprachen üblicherweise im Februar für ein ganzes Jahr getroffen, und bis dahin müssten die festgelegten Preise eben gelten. Neue Preisverhandlungen seien also erst Anfang 2018 notwendig. Die Supermärkte machen die Bauern für den Engpass verantwortlich. Diese wehren sich. Weil manche Handelsgruppen nicht bereit seien, dem Preisanstieg Rechnung zu tragen, seien die Hersteller eben nicht gewillt, Butter zu liefern. Was derzeit geboten werde, entspreche einem Milchpreis von lediglich 33 Cent pro Liter Milch.

Der Fehler liege im System, monieren Agrarexperten. Derart langfristige Preisbindungen seien veraltet. Doch solange die Situation unverändert ist, liefern die Molkereien eben mehr auf Märkte, die eine bessere Bezahlung bringen. Oder sie stellen andere Produkte her als Butter, für die pro Kilo 23 Liter Milch benötigt werden. Käse beispielsweise bringt höhere Margen.

Doch für die Zukunft ist man optimistisch. Die deutsche Milch-Lobby zufolge habe sich mittlerweile der Fettmarkt deutlich beruhigt, genügend Ware für das Weihnachtsgeschäft sei vorhanden. Auch in Frankreich steigen die Chancen, dass auf die geliebte Bûche de Noël nicht verzichtet werden muss.



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