„Smic“ in Frankreich wird erhöht: Darum schadet ein hoher Mindestlohn den Arbeitnehmern

Der Mindestlohn ihn Frankreich ist einer der höchsten der Welt – und wird zum Jahreswechsel wieder erhöht. Wissenschaftler haben allerdings berechnet, dass der sogenannte „Smic“ den Geringverdienern mehr schadet als nutzt.

Ab dem 1. Januar 2018 steigt der Mindestlohn in Frankreich um 1,2 Prozent auf einen Stundenlohn von 9,88 Euro (vorher 9,76 Euro). Monatlich bekommen Geringverdiener so 1498 Euro brutto. Die Zuwächse des sogenannten „Smic“ (salaire minimum interprofessionnel de croissance) sind in Frankreich per Gesetz festgelegt. Die automatischen Steigerungen richten sich nicht nur nach der Inflation, sondern auch nach den allgemeinen Lohnsteigerungen. Dies übersteigt jedoch die generelle Preiserhöhung.

Der Mindestlohn ist somit unverhältnismäßig hoch, wie Kritiker meinen. Wissenschaftler der Universität Marseille kommen jetzt zu dem Ergebnis, dass der Zuwachs auch den Geringverdienern mehr schadet als nutzt: „Die Zuwächse des Smic kommen kaum den Armen zugute“, sagte Wirtschaftsprofessor Gilbert Cette gegenüber der Nachrichtenseite „franceinfo“.

Unternehmen stellen aufgrund der hohen Lohnsteuerkosten für neue Arbeitnehmer und des hohen Mindestlohns kaum noch Geringverdiener ein. Arbeitslosen werde so der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt. Frankreich will trotzdem am „Smic-Modell“ festhalten. Arbeitsministerin Muriel Pénicaud von den französischen Linken erklärte: „Smic ist der Eckpfeiler unseres Sozialsystems.“ Allerdings solle die Berechnungsformel künftig geprüft werden.